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Die Kaufunktion wird innerhalb 24 Stunden ab Eingriff wiederhergestellt; die Prothesen (Zahn, Brücke, vollständiger Zahnbogen) werden gleich nach Zahnextraktion ans Implantat geschraubt.

Jüngste wissenschaftliche Studien belegen, dass die sofortige Belastung eines Implantats den Heilungsprozess des Zahnfleisches und des Knochengewebes besser ankurbelt, wodurch die Wartezeit der traditionalen Implantologie wesentlich gekürzt und die Kaufunktion des Patienten viel schneller wiederhergestellt wird.

Diese Technik kann sei unmittelbar nach einer Zahnextraktion angewandt werden („sofortig“ post-Extraktion), als auch in einem stabilisierten zahnlosen Bereich.

Die Prozedur fängt mit einer Röntgenuntersuchung und objektiver Beurteilung an, samt Messung der Knochendichte (mit der sogenannten Fühlerlehre). Nach Verabreichung einer Lokalnarkose wird das Zahnfleisch eingeschnitten und die Zone anhand von Fräsern vorbereitet.

Das Implantat kann nun positioniert werden; dabei ist zu berücksichtigen, dass die Primarstabilität (d.h. die mechanische Stabilität des Implantats nachdem es am Knochen befestigt wurde) für eine optimale Osseointegration von grundlegender Bedeutung ist. Die Weichgewebe rund um das Implantat werden vernäht und es wird ein Abdruck für die Prothese angefertigt, welche gleich eingefügt werden kann und somit die Kaufunktion des Patienten wieder ermöglicht.

Implantologie Implantat Sofortbelastung All-on-4 Prothese Studio Bianconi Zahnarzt Bozen
Ein typischer Fall von Sofortbelastung: all-on-4. Die Prothese ersetzt einen kompletten Zahnbogen und wird an 4 Implantate geschraubt.

Sollten Brücken und vollständige Zahnbögen vorhanden sein, ist es ratsam sich vorerst einer CT (Computertomographie) zu unterziehen um die Knochendicke und -breite dreidimensional überprüfen zu können. Nachdem die ideellen Stellen zur Einfügung der Implantate lokalisiert werden, wird eine chirurgische Schablone hergestellt, die eine schnelle und genaue Positionierung des Implantats ermöglicht (sogenannte schablonengeführte oder computerassistierte Chirurgie).

Zusammenfassend sind die Vorteile der sofortbelasteten Implantats für die Patienten folgende:

  • Sofortige Wiederherstellung der Kaufunktion
  • Durchführung in einer einzigen Sitzung
  • Wirtschaftlich und zeitlich vorteilhaft
  • Unannehmlichkeiten aufgrund wiederholter chirurgischen Eingriffen aufs Mindeste reduziert
  • Verminderung der postoperativen Schmerzen

Die notwendigen Voraussetzungen eines sofortbelasteten Implantats beziehen sich auf verschiedene Aspekte:

Knochen

Zahnfleisch

Allgemeine Aspekte

  • Der Patient hält eine gute Mundhygiene aufrecht
  • Der Patient ist zur Kooperation bereit, indem er z.B. schlechte Gewohnheiten ablegt (Rauch, Alkoholkonsum, usw.)
  • Keine Krankheiten wie Diabetes, Gerinnungsstörungen, schwere dekompensierte Herzkrankheiten, usw.

Die Umsetzbarkeit der sofortbelasteten Implantate hängt jedoch sehr von der Vorbereitung und Erfahrung des Facharztes ab, der die Gegebenheit obengenannter Bedingungen überprüfen muss, korrekt operieren und diese nicht beeinträchtigen darf, sowie der wichtigsten Voraussetzung, der Primarstabilität, in der ersten Phase der Positionierung des Implantats, gerecht werden muss. Bei sofortbelasteten Implantaten ist die mechanische Stabilität der wichtigste Ausgangspunkt für die Erzielung einer sekundären biologischen Stabilität (Osseointegration) und um das Risiko eines mittel- und langfristigen Misserfolgs zu vermindern.

Varianten der Sofortbelastung

Frühzeitige Belastung (Early Loading)

Als frühzeitige Belastung versteht man die Einfügung von Zahnprothesen nachdem die Implantate positioniert wurden (24 Stunden bis 2 Wochen nach Eingriff). Dieser Vorgang erfolgt immer in zwei Phasen (zweizeitiges Vorgehen), folglich in zwei Sitzungen: Bei der ersten wird das Implantat eingefügt, bei der zweiten Abutment und Zahnprothese.

Progressive Belastung

In manchen Fällen empfiehlt sich die Einfügung einer provisorischen Prothese (aus Harz), die eine kleinere Kaufläche aufweist und ästhetischen Anforderungen gerecht wird. Nach drei Monaten wird diese durch eine definitive, voll belastbare Prothese ersetzt (aus Keramik oder Zirkoniumdioxid).

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