
Es ist nicht möglich das genaue Geburtsdatum der Implantologie festzustellen; sicher ist aber, dass schon im Altertum erstmals versucht wurde, künstliche Zahnwurzeln in die Kieferknochen einzufügen.
Die Forschungen und Experimente im Bereich der Implantologie nahmen erst in der ersten Hälfte des XX Jahrhunderts an Geschwindigkeit an, als Implantologie anfing eine Alternative zu den Prothesen darzustellen, um verlorengegangene Elemente und eine korrekte Kaufunktion wiederherzustellen.

In den 60-er Jahren ging man von Experimenten zur handwerklichen Herstellung von Implantaten über, mit verschiedenen Implantatformen wie Nadeln, Klingen und hohle Schrauben. Damals unterschied man hauptsächlich unter intraossären Implantaten (auf Italienisch „endossei“, stammt vom Griechischen „ἔνδον“ ab und bedeutet „drinnen“, „im Inneren“) und juxtaknöcherne (vom Lateinischen „iuxta“, bedeutet „neben“ oder „um“). Erstere wurden direkt in den Knochen eingefügt, hingegen die juxtaknöcherne Implantate wurden darübergelegt und die Knochenhaut (Periost) immobilisierte sie; aus diesem Grund wurden diese Implantate auch „subperiostale Implantate“ genannt. Letztere verschwanden gegen Ende der 70-er Jahre aufgrund des chirurgischen Schwierigkeitsgrades, der verursachten Schwellungen, der postoperativen Schmerzen und den geringen Erfolgen. Man konzentrierte sich also auf intraossäre Implantate, welche weniger invasiv waren und vor allem die Primarstabilität gewährleisteten, d.h. Immobilisierung des Implantats, erzielt durch das Festschrauben des Implantats an den Knochen.

Im Bereich der Implantologie war Italien damals sehr aktiv: Deren wichtigsten Vertreter studierten und entwarfen innovative intraossäre Implantatformen wie Nadeln (Mondani), Blätter und Schrauben (U. Pasqualini), Gewindeschrauben (D.Garbaccio, S.Tramonte) und hohle Schrauben (M. Formiggini). Mondani führte überdies den Intraoral-Schweißer ein, Pasqualini erforschte die Integration der Implantate und welche Auswirkungen das Kauen darauf hatte, während Zaninari die Zweiphasenpositionierung vertiefte.

Am Anfang der 80-er Jahre kam es zu einem grundlegenden Durchbruch mit der Forschung von P. Brånemark an der Universität Göteborg. Seine systematische Untersuchung der Befestigungsschrauben aus Titan und Tantal für die Orthopädie war von groβem Nutzen auch im Bereich der Zahnheilkunde, da er wissenschaftlich nachweisen konnte, dass Implantate aus Titan nicht nur vom menschlichen Körper akzeptiert werden, sondern die erzielte Primarstabilität sogar eine Integration der Knochenstruktur (Osteointegration) erzeugt.

Nachdem festgestellt wurde, dass kugelstumpfförmige und gewindekegelförmige Implantate wirksamer im Vergleich zu anderen Implantatformen sind, wurden Beschichtungen und spezielle Verarbeitungen, welche die Osseointegration beschleunigen und fördern, zu den Schwerpunkten der Forschung; einige Beispiele dafür sind Hydroxyapatit (HA), Plasma Spray aus Titan (TPS), bearbeiteter Titan (TMX) oder die trabekuläre Tantalstruktur (TM).
In den letzten Jahren, auch aufgrund dieser wichtigen Innovationen (zu welchen auch die Italienische Gruppe beigetragen hat), wurde es möglich chirurgisch fortgeschrittene Technologien einzuführen wie die Flapless Technik, Sofortbelastung, Sinuslift mit der seitlichen und krestalen Variante, Einfügung eines Implantats unmittelbar nach einer Zahnextraktion, senkrechte sowie waagrechte Regenerationstechniken der Knochen mit gleichzeitiger Einführung von Implantaten, usw.
Seit über 60 Jahren ist die Familie Bianconi im Bereich der Implantologie tätig, hat mit deren wichtigsten Vertretern zusammengearbeitet und jede Entwicklung aufmerksam verfolgt, um den eigenen Patienten den letzten Stand der Technik bieten zu können.
